Im Dezember sind sechs Oberstufenschülerinnen aus Busto Arsizio bei Mailand für drei Wochen zu einem Praktikum in Tübinger Betriebe gekommen. Finanziell gefördert durch das Erasmus-Programm haben sie bei den Firmen Erbe, Ovesco, Brennenstuhl, Beton Kemmler und der Sprachenschule Vivat Lingua die duale Ausbildung in Deutschland kennengelernt und waren damit auch an einem Tag in der Woche in der Berufsschule.
Auf die Beine gestellt hat das Ganze die Lehrerin für Fremdsprachen Valeria Buonocore von der Wilhelm-Schickard-Schule. Sie nahm im Oktober 2024 zusammen mit 32 Lehrenden aus Italien, Serbien, Kroatien und Deutschland an einer einwöchigen Fortbildung zur Förderung des Debattierens im Unterricht in Rom teil. Dort lernte Buonocore ihre Mailänder Kollegin Giovanna Colombo kennen und entwickelte zügig den Plan für den Schüleraustausch von Norditalien nach Süddeutschland zwischen dem ITE (Istiuto Tecnico Economico) Erico Tosi in Mailand und der WSS in Tübingen. Ein Jahr später schon gelang die Umsetzung.
Zusammen mit Andreas Türk, dem Abteilungsleiter der Berufsschule an der WSS warb Buonocore bei den Partnerbetrieben der Schule dafür, ausländischen Schülerinnen und Schülern ein dreiwöchiges Praktikum in ihren Betrieben zu ermöglichen. Das Angebot nahmen sechs Schülerinnen des ITE an und statteten zusammen mit der begleitenden Kollegin aus Italien und Buonocore ihren Betrieben in Tübingen am 24. November die Antrittsbesuche ab. Drei Tage blieb die Mailänder Kollegin Cornelia Winzenburg dann noch in Tübingen, danach blieb die Lehrerin der WSS die Ansprechpartnerin für Sorgen und Nöte der sechs italienischen Gastschülerinnen.
Für die Wilhelm-Schickard-Schule arbeitet Valeria Buonocore daran, die Akkreditierung für das Erasmus-Plus-Programm zu erlangen, so dass zukünftig auch den Schülerinnen und Schülern der kaufmännischen Schule die finanzielle Unterstützung für Praktika im europäischen Ausland zuteilwerden kann. Die Schule will so intensiver den interkulturellen Austausch der Jugendlichen fördern und damit einen Beitrag zur Kooperation und zum Zusammenwachsen junger Europäer leisten.
Die zwei Praktikantinnen Xhesi Nuha und Sofia Martorella besuchten für drei Wochen den Unterricht der W2KI2 und hatten in der Klasse und im Betrieb der Firma Erbe ihre Patinnen Mara Speidel und Hannah Fischer, angehende Industriekauffrauen im zweiten Ausbildungsjahr. Innerhalb ihrer Betriebe hatten die Italienerinnen jeweils Paten bekommen, die im schulischen Bereich ihre Ansprechpartner waren. Darüber hinaus organisierten die 17-jährigen ihren Alltag rund um das Praktikum weitgehend selbständig. Untergebracht waren sie dazu in der Tübinger Jugendherberge mit Halbpension, sodass für eine gute Versorgung gesorgt war.
Den beruflichen Alltag in Deutschland kennen lernen, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern und in den drei Wochen etwas erleben, haben sich die Praktikantinnen vorgenommen. Auf die Frage, wie sie ihre Freizeit gestaltet hätten, sagte Xhesi Nuha fröhlich: „Wir waren auf der ChocolArt, in Stuttgart auf dem Weihnachtsmarkt und in Esslingen und zweimal waren wir Shoppen in Metzingen.“




